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Passivrauchen

 

Passivrauchen: Zahlen und Fakten

Tabakrauch bestimmt zusammen mit CO2 (Kohlendioxid) das Innenraumklima und ist der gefährlichste vermeidbare Innenraumschadstoff und häufigste Luftverschmutzer. Über 4.000 verschiedene chemische Substanzen sind im Zigarettenrauch enthalten. Darunter giftige Substanzen wie z. B. Blausäure, Ammoniak, Formaldehyd, Kohlenmonoxid.
Über 30 davon sind krebserregend wie z. B. Nor-Nikotin, Ammoniak, Blausäure, Benzapyren, Cadmium, Formaldehyd und das radioaktive Isotop Polonium 210.
Für die krebserregenden Stoffe (Kanzerogene) kann kein unbedenklicher Grenzwert definiert werden. Auch kleinste Belastungen fördern die Entstehung von Zellentartung und Tumoren. Neben- und Hauptstromrauch Unter Passivrauchen versteht man das ungewollte Einatmen von Nebenstromrauch (der von der glimmenden Zigarette an die Umgebung abgegeben wird) und vom Raucher wieder ausgeatmeten Hauptstromrauch.

Den größten Teil des Zigarettenrauchs in der Raumluft macht der Nebenstromrauch aus. Er enthält die gleichen Schadstoffe wie der vom Raucher eingesogene Hauptstromrauch, aber in viel höherer Konzentration – denn er ist ungefiltert. Inhaltsstoffe des Passivrauchs Passivrauch enthält nicht nur gasförmige Substanzen, sondern auch Rauchpartikel (= Tabakfeinstaub) und flüchtige organische Verbindungen (= VOCs).

Diese kleiner als 1-10 Mikrometer großen Partikel (zum Vergleich: ein rotes Blutkörperchen misst 7 Mikrometer) sind deswegen gefährlich, weil sie bis tief in die Lunge gelangen. Gase, VOCs und feinste Rauchteilchen lagern sich an Wänden, Böden, Decken und Gegenständen, aber auch an Kleidern, Haaren, Zähnen und menschlichen Schleimhäuten ab und werden wieder in die Umgebung abgegeben, auch wenn aktuell gar nicht mehr geraucht wird. Die Feinstaub- und Schadstoffbelastung liegt in verrauchten Innenräumen oft deutlich über den im Freien erlaubten Werten, in Gaststätten etwa 10 – 20fach höher als auf der Straße davor!

 

 

Krank durch Passivrauchen

Der erste umfangreiche Bericht zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Passivrauchens wurde im Jahr 1993 von der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) herausgegeben.
Mittlerweile liegen zahlreiche weitere Übersichtsarbeiten vor, in denen die Gesundheitsschäden des Mitrauchens dargestellt werden. Die Auswirkungen von Passivrauchen sind abhängig von der Anzahl der gerauchten Zigaretten, der Beschaffenheit des Raumes (Größe, Temperatur, Belüftung etc.) und dem Gesundheitszustand (Vorerkrankung, Lungenvolumen, Alter etc.) des Passivrauchers.

Mitrauchen ist nicht nur eine akute Beeinträchtigung, sondern eine nachhaltige chronische Gesundheitsbelastung. Akute und chronische Gesundheitsschäden bei Erwachsenen Passivrauch verursacht Augenbrennen und -tränen, Schwellungen und Rötungen der Schleimhäute und vermehrte Infektanfälligkeit. Neben Reizungen des Atemtraktes können bei Mitrauchern Kopfschmerzen, Schwindel, Atemlosigkeit und Müdigkeit auftreten. Vor allem die Atemorgane sind vom Passivrauch betroffen.

Unfreiwillig eingeatmeter Tabakrauch kann die Lungenfunktion von Nichtrauchern bei körperlicher Belastung bis zu 8 % einschränken. Besonders beruflich bedingte Mitraucher leiden unter dem »blauen Dunst«. Passivrauchen verursacht akut wie chronisch Kurzatmigkeit, Auswurf, Husten, Atemnot bei körperlicher Belastung sowie Bronchitis. Bei Asthmakranken wird die Anfallsneigung erhöht. Passivrauchen erhöht das Risiko für die Entstehung von Lungenkrebs (erhöht um 20 % – 30 %).
Aus der Lunge werden toxische Stoffe des Tabakrauchs in den Blutkreislauf aufgenommen. Diese schädigen die Gefäßwände, führen zu deren Verdickung, verschlechtern die Blutfette und beschleunigen die Verklumpung der Blutplättchen. Diese Veränderungen können bei chronischer Belastung zu Gefäßverkalkung und damit zu Angina pectoris, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Raucherbein führen. Risiken des Passivrauchens für das ungeborene Kind Leider gibt es noch immer Schwangere, die rauchen und so ihr ungeborenes Kind durch Mitrauchen gefährden.

Aber auch nichtrauchende Schwangere, die Passivrauch ausgesetzt sind, geben die dabei aufgenommenen Schadstoffe an ihr Ungeborenes weiter. Für Embryos und Föten bedeutet das mütterliche Rauchen einen chronischen Sauerstoffmangel sowie eine ständige Kohlenmonoxidvergiftung und Schadstoffbelastung. Dabei wäre diese Beeinträchtigung eigentlich vermeidbar!

 

Quelle:
Broschüre der österreichischen Krebshilfe